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Personalmarketing mit Arbeitgebersiegel?

Qualitätssiegel sind im Alltag fast überall zu finden und bezeugen die Qualität von Verbrauchsgütern, Dienstleistungen und auch von Unternehmen. Speziell im Bereich von Unternehmungen existieren Arbeitgebersiegel, die Arbeitssuchende von der Qualität eines Arbeitgebers überzeugen sollen. Da hier keine rechtliche Grundlage existiert, ist es grundsätzlich jedem Unternehmen möglich ein solches Siegel in der Firma anzubringen. Mit einem Gütesiegel von DIQP erhält ein Unternehmen jedoch ein unabhängiges Siegel, welches nicht gekauft werden kann und dem Arbeitgeber wirklichen Mehrwert bietet.

Vergabeverfahren für Gütesiegel

Um ein solches Siegel zu erhalten, existieren verschiedene Verfahren zur Vergabe. Der Unterschied besteht in der Datenerhebung, einige Vergabeverfahren befragen die Beschäftigten des Unternehmens, eine gezielte Auswahl oder die gesamte Belegschaft.

Andere wiederum nutzen anonyme Internetverfahren, dort bewerten Arbeitgeber das Unternehmen online, jedoch wird so nicht sichergestellt, dass auch nur Angestellte abstimmen, eine Manipulation ist bei dieser Vorgehensweise nicht ausgeschlossen. Negativ gestimmte Angestellte können so mehrfach abstimmen und das Ergebnis verfälschen.

Seriöse Gütesiegel

Seriöse Gütesiegel für Arbeitgeber sind nicht käuflich und lassen sich nicht manipulieren. Das Gütesiegel von DIQP, Deutsches Institut für Qualitätsstandards und -Prüfung e.V., vergibt das Siegel für „Top Arbeitgeber“. Durch diese unabhängige Vergabe wird die Vertrauenswürdigkeit gewahrt, der gesamte Prozess der Datenerhebung findet anonym und meist online statt.

Ein solches Verfahren findet in zwei Schritten statt, im ersten Schritt werden die Mitarbeiter anonym befragt, allen Angestellten muss die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben werden, im Fokus der Befragung steht die Gesamtzufriedenheit.

Im zweiten Schritt wird das Personalwesen befragt, hier zählen Punkte wie Vergütung, Zusatzleistungen und Chancen zur Weiterbildung. Ebenso ist ein faires Lohnniveau wichtig, sowie eine ausgewogene Work-Life Balance, all diese Punkte umfassen die Befragung und fließen in die schlussendliche Bewertung des Arbeitgebers ein. Durch die transparente Vorgehensweise ist dieses Siegel besonders vertrauenswürdig und aussagekräftig.

Bewertung von Gütesiegeln

Über die Bedeutung der vielen Siegel auf dem Arbeitsmarkt gibt es kaum einen guten Überblick aufgrund fehlender Transparenz. Die fehlenden gesetzlichen Grundlagen erschweren das Vertrauen in solche Gütesiegel in allen Bereichen.

Zu dieser Thematik sind derzeit Portale im Netz aktiv und prüfen die verschiedenen Qualitätssiegel für Arbeitgeber und geben hier eine transparente Bewertung ab. Für eine solche Bewertung wird zunächst die Vertrauenswürdigkeit des Siegels geprüft, wichtig ist, dass die Vergabe unabhängig stattfindet und der Vergabeprozess transparent und nachvollziehbar ist.

Ein weiterer Punkt dieser Siegelprüfung ist das Verhalten nach der Vergabe, wird weiterhin überprüft, ob das Unternehmen die Qualität hält oder kann das Siegel entzogen werden, erhält dieses Siegel eine positive Wertung. Die regelmäßige Kontrolle nimmt Einfluss auf die Wertigkeit des Siegels und schafft Vertrauen bei Arbeitnehmern.

Nutzen für den Arbeitgeber

Aus der Auszeichnung mit einem Gütesiegel können Arbeitgeber mehrere Nutzen ziehen. Schneidet ein Arbeitgeber bei einer solchen Bewertung nicht gut ab, gibt ihm dies die Möglichkeit seine Unternehmensstrategie zu hinterfragen und im Gespräch mit den Mitarbeitern Möglichkeiten zur Optimierung zu finden.

So kann das Unternehmen sein Betriebsklima nachhaltig verbessern und die Personalpolitik überarbeiten. Von einem besseren Arbeitsumfeld profitiert neben den Mitarbeitern auch der Arbeitgeber, zufriedene Mitarbeiter arbeiten motivierter und nachhaltiger, dies kann zu einer Steigerung des Umsatzes und mehr Arbeitsbereitschaft führen. Die Befragung der Mitarbeiter, im Laufe einer Bewertung des Unternehmens, ist eine Wertschätzung der Angestellten, die Ergebnisse hieraus sollen dann gemeinsam besprochen werden.

Auch bei der Beschaffung von Personal kann ein Gütesiegel hilfreich sein und lässt das Unternehmen attraktiv wirken. Mit einem Qualitätssiegel hebt sich das Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt deutlich hervor und macht sofort einen positiven Eindruck. Diese Auszeichnung bietet auch kleinen und mittelständigen Betrieben die Möglichkeit mehrere Bewerbungen zu erhalten und auf sich aufmerksam zu machen.

Ein Siegel als Top Arbeitgeber kann auch im Marketing des Unternehmens platziert werden und erwirkt einen positiven Eindruck auf Kunden und Geschäftspartner. Unternehmen, die auf die Bedürfnisse der Angestellten eingehen und diese fair behandeln wirken attraktiv und die Firma startet direkt mit einem guten Eindruck in eventuelle Verhandlungen.

Sinn eines Gütesiegels

Durch ein solches Bewertungsverfahren zur Vergabe eines Siegels erhält das Unternehmen einen guten Überblick über die allgemeine Stimmung innerhalb des Betriebs. So werden eventuelle Probleme offengelegt, die bisher nicht zur Sprache kamen, ebenso kann dies den Arbeitgeber in seinem bisherigen Handeln bestätigen. Ein solcher Prozess fördert die offene Kommunikation innerhalb des Unternehmens nachhaltig, durch die regelmäßige Prüfung wird dies beibehalten und kann die Unternehmenskultur und Personalpolitik nachhaltig verbessern.

Besonders kleine und mittelständige Unternehmen benötigen etwas Besonderes, um auf dem Markt aufzufallen und in positiver Erinnerung zu bleiben, dies ist mit einer solchen Auszeichnung möglich, jedoch sollte auch der Aufwand und die anfallenden Kosten Berücksichtigung finden. Wer sein Unternehmen hervorheben möchte und ungeschönte Mitarbeiterbefragungen wünscht, für den ist die Beauftragung eines solchen unabhängigen Unternehmens zur Siegelvergabe sinnvoll.

Die Mitarbeiterbefragung erfolgt nach wissenschaftlichen Standards, der Auftraggeber erhält im Anschluss eine anonymisierte Auswertung. Da solche Siegel eine zeitliche Begrenzung haben, meist einige Monate, ist eine regelmäßige Erneuerung nötig, um Glaubwürdigkeit zu wahren. Ebenso dient die erneute Befragung, nach Ablauf der Gültigkeit, einer aktuellen Bestandsaufnahme. Der Arbeitgeber erhält einen Überblick, ob sich die Zufriedenheit der Mitarbeiter verändert hat und ob eventuelle Maßnahmen aus der Vergangenheit Früchte tragen.

Eine Zertifizierung beantragen

Ein Unternehmen kann jederzeit ein solches Institut mit der Zertifizierung beauftragen. Die Kosten für eine solche Zertifizierung sind immer abhängig von der Anzahl der zu befragenden Mitarbeiter, inbegriffen ist ebenfalls die Auswertung durch das Institut. Meist finden solche Befragungen der Mitarbeiter online statt, aufgrund der Anonymität ist eine Befragung auf Papier nur noch selten der Fall.

Nach erfolgreicher Zertifizierung erhält das Unternehmen das gewünschte Gütesiegel und darf dies nun aushängen und verwenden. Ergibt die Befragung nicht die bestmögliche Note kann die Vergabe des Siegels abgelehnt werden, in diesem Fall ist die Auswertung eine Unterstützung für den Unternehmer. Im Gespräch mit den Mitarbeitern erhält er so die Möglichkeit das Betriebsklima zu verbessern und auf die Probleme der Angestellten gezielt einzugehen.

Bekanntheitsgrad

Möchte sich ein Unternehmen mit einer solchen Zertifizierung lediglich schmücken muss es keine preisintensive Variante sein. Es gibt hierzu auch unseriöse Angebote, bei denen ein solches Siegel gekauft werden kann. Aufgrund des fehlenden Überblicks der Seriosität wird ein gekauftes Siegel den wenigsten auffallen und das Unternehmen profitiert hier von einer positiven Wirkung. Wer jedoch Wert auf eine detaillierte Auswertung und einen wirklichen Mehrwert legt, der ist mit einem Gütesiegel des DIQV gut beraten. Der Auftraggeber hat hier nicht nur die Möglichkeit ein hochwertiges Siegel zu erhalten, er erwirbt ebenfalls eine detaillierte Auswertung der erfolgten Befragung und kann somit aktiv in die Struktur seines Unternehmens eingreifen, um Verbesserungen vorzunehmen.

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